Muss ein Pilot schon eigenständig handeln können?
Nein. Ein Verfahren kann zunächst Informationen sortieren und nachvollziehbare Vorschläge für Menschen vorbereiten.
OPRIVON · Fachwissen
Ein KI-Pilotprojekt sollte nicht mit einem möglichst großen Automatisierungsversprechen beginnen. Besser ist ein eng begrenzter Arbeitsablauf, bei dem Aufwand, Fehler und Eingriffsmöglichkeiten nachvollziehbar bleiben. Unternehmen können zunächst analysieren, wo Informationen gesammelt, geprüft und für eine Entscheidung vorbereitet werden.
Ein geeignetes erstes Verfahren wiederholt sich regelmäßig, besitzt dokumentierte Eingaben und kann von einem zuständigen Menschen geprüft werden. Beispielsweise lassen sich Lieferanfragen thematisch ordnen oder interne Dokumente zur Vorprüfung zusammenstellen. Ungeeignet für einen unbeaufsichtigten Einstieg sind verbindliche Vertragsentscheidungen, Zahlungen oder Maßnahmen, die Rechte einzelner Personen unmittelbar berühren. Vor dem Test sollte feststehen, welche Schritte nur Vorschläge sind und welche Handlung ausdrücklich nicht automatisiert werden darf.
Das Pilotteam hält zunächst fest, welche Systeme beteiligt sind, wer die Informationen bereitstellt und wie oft Vorgänge fehlerhaft oder unvollständig eintreffen. Für jedes Datenfeld wird geprüft, ob es überhaupt notwendig ist. Musterfälle sollten reale Ausnahmen abbilden: widersprüchliche Angaben, fehlende Dokumente, unberechtigte Zugriffe und kurzfristige Änderungen. So lässt sich später beurteilen, ob die KI tatsächliche Arbeit erleichtert oder zusätzliche Korrekturen erzeugt.
Ein fachlicher Verantwortlicher entscheidet, welche Ergebnisse akzeptiert werden. Ein technischer Verantwortlicher betreut Zugriffe, Protokollierung und die Möglichkeit, den Ablauf abzuschalten. Wenn ein Arbeitsschritt nach außen wirkt – etwa eine verbindliche E-Mail oder eine Änderung im Kundensystem –, sollte die Freigabe ausdrücklich definiert werden. Eine hohe Antwortsicherheit des Modells ersetzt weder die sachliche Prüfung noch eine passende Berechtigung.
Wichtig sind nicht nur die Bearbeitungszeit, sondern auch falsch zugeordnete Vorgänge, zusätzliche Rückfragen, manuelle Korrekturen und dokumentierte Abbrüche. Ein Pilot kann mit einer kleinen, vorher festgelegten Auswahl von Fällen beginnen. Vor einer Erweiterung werden auffällige Fehler untersucht und Gegenmaßnahmen getestet. Erst wenn Qualität, Zuständigkeiten und Sicherheit nachvollziehbar funktionieren, ist die nächste Automatisierungsstufe sinnvoll.
Nein. Ein Verfahren kann zunächst Informationen sortieren und nachvollziehbare Vorschläge für Menschen vorbereiten.
Ziel, Datenquellen, Zuständigkeiten, erlaubte Schritte, Stop-Kriterien und Messgrößen.